đœ ZurĂŒck in New York: Rekordchampion Dezina ĂŒbernimmt die Jets
Der Teamdraft ist entschieden â und eine der spannendsten Personalien steht fest: Dezina ĂŒbernimmt die New York Jets. Der achtmalige Super-Bowl-Champion und damit Rekordhalter der Liga beginnt damit ein neues Kapitel seiner Karriere. Wobei âneuâ nicht ganz richtig ist: FĂŒr Dezina ist es vielmehr die RĂŒckkehr an einen Ort, an dem noch eine Rechnung offen ist.
Dabei hĂ€tte die Geschichte auch ganz anders ausgehen können. Mit den Tampa Bay Buccaneers stand ausgerechnet Dezinas Lieblingsfranchise zur VerfĂŒgung. Doch eine RĂŒckkehr nach Florida kam fĂŒr ihn nicht infrage. Bereits wĂ€hrend seiner dritten Amtszeit in Tampa hatte er klargestellt, dass es keine vierte geben wĂŒrde.
ZitatâTampa wird immer meine Franchise sein. Aber ich habe damals bewusst gesagt, dass nach meiner dritten Amtszeit Schluss ist. Daran wollte ich mich halten.â
Stattdessen geht es nach New York â eine Stadt, die neben Tampa ohnehin einen besonderen Platz bei Dezina einnimmt.
Eine Rechnung mit den Jets ist noch offen
Auch die Jets sind fĂŒr den Rekordchampion kein unbekanntes Terrain. Bereits fĂŒr eine Saison stand Dezina an der Seitenlinie der Gang Green. In dieser kurzen Zeit gelang es ihm, einen schlagkrĂ€ftigen Kader aufzubauen â nur der ganz groĂe Wurf blieb aus.
Und genau das scheint all die Jahre hÀngen geblieben zu sein.
Bei der anderen New Yorker Franchise sieht das anders aus. Seine Zeit bei den Giants betrachtet Dezina als abgeschlossen. Dort gelang ihm, was ihm bei den Jets bislang verwehrt blieb: der Gewinn des Super Bowls.
ZitatâBei den Giants hatte ich am Ende das GefĂŒhl, fertig zu sein. Ich hatte dort meinen Titel gewonnen. Bei den Jets war das anders. Ich hatte in kurzer Zeit ein richtig starkes Team aufgebaut, aber wir haben es nicht zu Ende gebracht. Irgendwie hatte ich immer das GefĂŒhl, dass da noch etwas offen ist.â
Nun bekommt er die Gelegenheit dazu.
Und die Voraussetzungen könnten deutlich schlechter sein.
Ein Roster nach dem Geschmack des neuen Coaches
Die Jets besitzen genau das, wonach Dezina beim Teamdraft gesucht hat: einen jungen, bereits konkurrenzfĂ€higen Kader, der trotzdem genĂŒgend Raum fĂŒr die eigene Handschrift bietet.
Es soll kein jahrelanger Rebuild werden. Der Anspruch lautet vielmehr, bereits in der ersten Saison konkurrenzfĂ€hig zu sein und gleichzeitig einen Kader aufzubauen, der ĂŒber den gesamten Drei-Saison-Zyklus um die Meisterschaft spielen kann.
Dazu kommt ein gewaltiger Trumpf: New York besitzt drei First-Round-Picks im kommenden Rookie Draft.
Damit verfĂŒgt der neue Coach ĂŒber enormes Kapital. Die Picks können fĂŒr junge VerstĂ€rkungen genutzt, in Trades investiert oder gebĂŒndelt werden, um im Draft aggressiv einen Wunschspieler zu holen.
Es gibt allerdings eine Position, auf der der Plan noch alles andere als fertig ist.
Wer wird QB1?
Geno Smith? Cade Klubnik? Oder taucht vor Saisonbeginn noch ein völlig neuer Name auf?
Das dĂŒrfte die erste groĂe Entscheidung der neuen Jets-Ăra werden.
Option 1: Geno Smith â der sichere Ăbergang
Smith erfĂŒllt die Mindestanforderungen, die Dezina an seinen Quarterback stellt â allerdings teilweise nur gerade so.
Als Bridge-QB fĂŒr eine Saison wĂ€re er deshalb eine durchaus logische Lösung. Die Jets könnten mit einem erfahrenen Quarterback in die Saison gehen, wĂ€hrend der restliche Kader sofort auf die Playoffs angesetzt wird.
Die Konsequenz wĂ€re allerdings ebenfalls ziemlich klar: Mit drei First-Round-Picks wĂŒrde New York im kommenden Draft vermutlich aggressiv nach seinem Quarterback der Zukunft suchen.
Das Problem?
Niemand kann garantieren, dass dieser Quarterback dann ĂŒberhaupt existiert.
Bei einer automatisch generierten Draftklasse können die Jets drei First-Rounder besitzen und trotzdem feststellen, dass kein Prospect ihren Vorstellungen entspricht.
Option 2: Noch einmal auf den Markt gehen
Deshalb wird intern auch eine zweite Variante geprĂŒft.
Aktuell befindet sich zwar kein Quarterback auf dem Markt, bei dem die Verantwortlichen sofort sagen wĂŒrden: Das ist unser Mann fĂŒr die kommenden drei Saisons.
Aber vielleicht findet sich ein Spieler, der zunĂ€chst einmal ein Upgrade gegenĂŒber Smith darstellt â und gleichzeitig genĂŒgend Potenzial besitzt, um im Notfall lĂ€ngerfristig zu ĂŒbernehmen.
Das wÀre möglicherweise die eleganteste Absicherung: Ein besserer Bridge-QB, ohne sich bereits auf den Draft als einzige Zukunftslösung festzulegen.
Option 3: Volles Risiko mit Cade Klubnik
Und dann wÀre da noch der Rookie.
Cade Klubnik.
Die langfristig reizvollste und gleichzeitig riskanteste Lösung.
Intern scheint man Klubnik aktuell noch nicht fĂŒr vollstĂ€ndig bereit zu halten, sofort eine Mannschaft durch eine schwierige Division in die Playoffs zu fĂŒhren. Ihm direkt den Starting Job zu ĂŒbergeben, könnte Siege kosten â und bei den AnsprĂŒchen des neuen Coaches ist eine Ăbergangssaison ohne Playoffs eigentlich nicht vorgesehen.
Aber die Upside dieser Variante ist gewaltig.
Sollte Klubnik schneller als erwartet funktionieren und sich innerhalb seiner Rookie-Saison zum Franchise-QB entwickeln, wĂ€re eines der gröĂten Probleme des Teams praktisch ĂŒber Nacht gelöst.
Und plötzlich wĂŒrden aus den drei First-Round-Picks keine notwendige QB-Versicherung mehr.
Sie wĂŒrden zu Luxuskapital.
New York könnte damit gezielt weitere junge LeistungstrÀger draften oder auf dem Trade-Markt aggressiv nach Spielern suchen, die aus einem guten jungen Roster einen Meisterschaftskader machen.
Welchen Quarterback will Dezina eigentlich?
Nach acht Meisterschaften könnte man vermuten, dass der Rekordchampion ein sehr konkretes Anforderungsprofil besitzt.
Die Antwort lautet allerdings: Jein.
Dezina benötigt keinen Quarterback, der jede Woche mit spektakulĂ€ren Hero-Plays alleine Spiele gewinnt. Ein intelligenter Game Manager, der die richtigen Entscheidungen trifft, die vorgesehenen Plays sauber ausfĂŒhrt, Turnover vermeidet und die Offense im Rhythmus hĂ€lt, kann in seinem System vollkommen ausreichen.
Die Philosophie ist simpel:
Der Quarterback muss nicht die Offense sein. Er muss die Offense funktionieren lassen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Dezina einen auĂergewöhnlichen Athleten ablehnen wĂŒrde.
Ganz im Gegenteil.
FÀllt ihm irgendwann ein Quarterback vom Typ Lamar Jackson oder Josh Allen in die HÀnde, wird nicht versucht, diesen Spieler in ein starres System zu pressen. Dann verÀndert sich das System eben mit ihm.
Das offensive Playbook ist fĂŒr Dezina kein Dogma. Es soll die FĂ€higkeiten seines Quarterbacks maximieren.
Der Anspruch ist jedenfalls klar
FĂŒr viele Coaches wĂ€re die Ăbernahme der Jets der Beginn eines Neuaufbaus.
FĂŒr einen achtmaligen Champion gelten andere MaĂstĂ€be.
Die Jets sollen nicht irgendwann gut werden. Sie sollen sofort gewinnen â und gleichzeitig fĂŒr die Zukunft gebaut werden.
Der junge Kader ist vorhanden.
Das Draftkapital ist vorhanden.
Der Coach mit acht Titeln ist vorhanden.
Nur die wichtigste Position im Football trÀgt noch ein Fragezeichen.
Geno Smith, Cade Klubnik â oder ein Name, den heute noch niemand auf dem Zettel hat?
Die erste groĂe Entscheidung der neuen Jets-Ăra steht bereits an. Und vielleicht entscheidet sie darĂŒber, ob Dezinas zweite Amtszeit in New York dort endet, wo die erste aufgehört hat â oder ob am Ende endlich auch bei den Jets das steht, was ihm bei den Giants bereits gelungen ist:
ein Super-Bowl-Titel in New York.