🗽 NEW YORK, NEW ERA
Der große Roster-Check: Wie weit sind Dezinas Jets wirklich vom Super Bowl entfernt?
Mit der Übernahme der New York Jets beginnt für Rekordchampion Dezina nicht einfach nur eine weitere Amtszeit. Es ist die Rückkehr zu einer Franchise, bei der nach seinem ersten kurzen Engagement noch etwas offen geblieben ist.
Diesmal findet der achtmalige Super-Bowl-Champion einen Kader vor, der auf den ersten Blick noch nicht zur absoluten Elite der Liga gehört. Hinter den Kulissen herrscht dennoch bemerkenswert viel Optimismus.
Der Grund: New York muss nicht komplett neu aufgebaut werden. Das Fundament steht bereits. Viele Schlüsselspieler sind jung, auf nahezu jeder Positionsgruppe findet sich Entwicklungspotenzial und für die kommenden Jahre besitzen die Jets sowohl finanziell als auch im Draft enorme Möglichkeiten.
Die Ausgangslage lässt sich deshalb mit zwei Zahlen hervorragend beschreiben:
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆ 6/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆ 8/10
Die Jets sind noch kein fertiges Championship-Team. Aber sie könnten schneller eines werden, als es die aktuelle Momentaufnahme vermuten lässt.
🏈 Quarterback
Roster: ⭐⭐⭐☆☆☆☆☆☆☆ 3/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆☆ 5/10
Beginnen wir mit dem Elefanten im Raum.
Keine andere Positionsgruppe besitzt ein größeres Fragezeichen als Quarterback. Geno Smith bietet Erfahrung und genau die Art von Stabilität, die man von einem klassischen Übergangs-QB erwartet. Dahinter wartet mit Cade Klubnik allerdings ein Rookie, dessen Ceiling deutlich höher liegen könnte.
Und die Rollenverteilung beginnt sich bereits zu verschieben.
Smith macht im Camp weitgehend das, was von ihm erwartet wurde. Klubnik dagegen zeigt früher als gedacht, warum die Jets ihn spannend finden. Arm, Athletik und Entwicklungspotenzial sind vorhanden. Gleichzeitig sind seine Rookie-Probleme nicht zu übersehen. Das höhere Tempo, der Druck eines NFL-Pass-Rushs und die wesentlich kleineren Passing Windows führen noch zu Fehlern.
Trotzdem gilt Klubnik mittlerweile als leichter Favorit auf den Starting Job.
Die Jets scheinen bereit zu sein, gewisse Wachstumsschmerzen in Kauf zu nehmen. Solange der Rookie in der Preseason nicht völlig einbricht, könnte New York versuchen, seine Entwicklung direkt auf dem Feld zu beschleunigen.
Entscheidend ist dabei Dezinas Philosophie.
Der neue Coach verlangt von seinem Quarterback keine wöchentlichen Heldentaten. Im Gegenteil: Ist der QB limitiert, wird das Playbook entsprechend angepasst. Einfache Reads, kurze Pässe, Sicherheit mit dem Football. Der Quarterback soll das System ausführen und nicht permanent versuchen, es zu retten.
Das QB-Problem ist real. Panik herrscht deshalb aber noch lange nicht.
💨 Running Back
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆ 8/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆ 8/10
Wenn Quarterback das größte Fragezeichen der Offense ist, dann ist Breece Hall das größte Ausrufezeichen.
Hall hat bereits im Training Camp gezeigt, dass er das Zentrum dieser Offense werden kann. Explosiv als Runner, gefährlich als Receiver und jederzeit in der Lage, aus einem unscheinbaren Play einen großen Raumgewinn zu erzeugen.
Für Dezina ist das durchaus ungewohnt.
Seine Offenses wurden historisch vom Passing Game geprägt. Nur zweimal in 20 Seasons verfügte er über einen Running Back dieser Kategorie: Saquon Barkley bei den Giants und Ezekiel Elliott bei den Broncos.
Beide Saisons endeten mit einem Super-Bowl-Run.
Hall soll nun der Dritte werden.
Allerdings liegt genau darin auch das Problem dieser Positionsgruppe: Hinter dem Superstar fällt die Qualität deutlich ab. Fällt Hall aus, gibt es aktuell keinen Spieler, dem man ohne Weiteres dieselbe Verantwortung übertragen möchte.
Zudem liegt ein Teil der Verantwortung beim Coaching Staff selbst. Dezina muss seine traditionell passlastige Offense so anpassen, dass Hall nicht bloß ein weiterer Bestandteil wird.
Breece Hall muss Big Plays generieren und diese Offense tragen.
🎯 Wide Receiver
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆ 8/10
Vielleicht besitzt New York keinen Mike Evans, keinen CeeDee Lamb und keinen Courtland Sutton – also keinen dominanten Receiver jener Kategorie, um die Dezina seine Offense in früheren Stationen gerne aufgebaut hat.
Dafür besitzen die Jets etwas anderes: Jugend und Möglichkeiten.
Mit Garrett Wilson, Adonai Mitchell und Omar Cooper Jr. stehen drei junge Receiver zur Verfügung, denen bereits jetzt bedeutende Rollen zugetraut werden.
Wilson nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Er muss nicht zwingend jede Woche für absurde Statistiken sorgen. Viel wichtiger wird seine Rolle als verlässliche Anspielstation, wenn es darauf ankommt.
3rd Down. Enges Window. Drive am Leben halten.
Das sind die Situationen, in denen Wilson zum Fixpunkt werden soll.
Gleichzeitig soll er Mitchell und Cooper zeigen, was von einem Receiver an der Spitze eines Depth Charts erwartet wird. Hinter diesem Trio gibt es unter anderem mit Tim Patrick zusätzliche Erfahrung und Tiefe.
Was fehlt, ist der unbestrittene dominante WR1.
⚡ Tight End
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆ 9/10
Kaum eine Positionsgruppe erzeugt intern mehr Vorfreude.
Mit Kenyon Sadiq und Mason Taylor besitzen die Jets zwei junge Tight Ends mit enormem Entwicklungspotenzial. Besonders Sadiq könnte dabei eine außergewöhnliche Rolle einnehmen.
Seine Geschwindigkeit macht ihn zu einem Matchup-Problem.
Sadiq muss nicht einmal jede Woche zehn Bälle fangen, um einen gewaltigen Einfluss auf die Offense zu haben. Muss eine Defense einen Safety abstellen oder ihre Coverage anpassen, entstehen anderswo Eins-gegen-Eins-Situationen.
Sadiq könnte deshalb zum X-Factor innerhalb der gesamten offensiven Struktur werden.
Aus einer aktuell guten Positionsgruppe könnte innerhalb kurzer Zeit eine der gefährlichsten des Teams entstehen.
🧱 Offensive Tackle
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐ 10/10
Bei keiner Positionsgruppe ist das Vertrauen größer.
Armand Membou und Olu Fashanu sollen die beiden Außenbahnen der Offensive Line auf Jahre absichern.
Beide sind jung. Beide besitzen enormes Potenzial. Und beide vermitteln bereits jetzt eine Sicherheit, die gerade angesichts der ungeklärten Quarterback-Situation enorm wertvoll ist.
Die Erwartungen sind entsprechend hoch:
Es geht langfristig nicht darum, dass Membou und Fashanu einfach zwei ordentliche Starter werden.
Sie sollen sich zu einem der besten Tackle-Duos der gesamten Liga entwickeln.
⚠️ Interior Offensive Line
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆ 6/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆☆ 5/10
Von außen nach innen verändert sich das Bild.
Joe Tippmann wird als Sicherheitssäule betrachtet. Bei Dylan Parham und Josh Myers sieht man dagegen solide Spieler, aber deutlich weniger Entwicklungspotenzial.
Das macht die Interior Line zu einer der wenigen Positionsgruppen, bei denen New York bereits heute darüber nachdenken muss, ob die aktuelle Besetzung auch morgen noch ausreicht.
Es ist keine Katastrophe. Aber es ist eine Schwachstelle.
Und gerade wenn Klubnik tatsächlich startet, wird Protection durch die Mitte entscheidend. Edge Pressure kann ein junger Quarterback teilweise erkennen und ihm ausweichen. Kollabiert dagegen konstant die Pocket unmittelbar vor ihm, wird die Sache wesentlich schwieriger.
Hier könnte New York früher aktiv werden als auf vielen anderen Positionen.
💪 Interior Defensive Line
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆ 6/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Die Interior Defensive Line bietet eine interessante Mischung aus Erfahrung und Jugend.
Mit David Onyemata und Harrison Phillips stehen zwei etablierte Veterans zur Verfügung. Trotzdem könnten die Jets bewusst einen anderen Weg einschlagen.
Jowon Briggs, T'Vondre Sweat und Rookie Jackson Jr. sollen früh Chancen erhalten.
Das junge Trio besitzt bereits Starterpotenzial und passt damit zur übergeordneten Strategie: Nicht jeden vermeintlich sicheren Veteran automatisch vorziehen, sondern herausfinden, welche jungen Spieler Teil der nächsten drei Jahre sein können.
Gerade Sweat könnte dabei mit seiner Physis eine wichtige Rolle gegen den Run einnehmen.
Die Gruppe ist heute vielleicht nur durchschnittlich.
Ihr Ceiling liegt aber deutlich darüber.
🔥 EDGE
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Hier könnte der nächste große Star der Jets Defense heranwachsen.
David Bailey kommt mit gewaltigen Erwartungen nach New York. Intern betrachtet man ihn als möglicherweise besten Edge Rusher seines Drafts – und Zeit für ein gemütliches Rookie-Jahr bekommt er nicht.
Das Ziel für Season 1?
Rund zehn Sacks und ein ernsthaftes Wort im Rennen um Defensive Rookie of the Year.
Langfristig liegt die Messlatte noch höher. Spätestens in Season 3 soll Bailey zu den zehn besten Edge Rushern der Liga gehören.
Auf der anderen Seite steht mit Will McDonald ein solider Partner bereit, während Joseph Ossai zusätzliche Tiefe liefert.
Das ist wichtig für die defensive Philosophie.
Dezina möchte Druck erzeugen, ohne permanent zusätzliche Verteidiger schicken zu müssen. Wenn Bailey und McDonald regelmäßig mit einem Four-Man-Rush zum Quarterback kommen, verändert das die Möglichkeiten der gesamten Defense.
Die Jets brauchen deshalb keinen guten Bailey.
Sie brauchen einen gefährlichen Bailey.
🧠 Inside Linebacker
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆ 9/10
Im Zentrum der Defense steht einer ihrer wichtigsten Spieler:
Demario Davis.
Er soll Leader, Run Stopper und verlängerter Arm des Coaching Staffs auf dem Feld sein.
Um ihn herum gibt es mit Mykal Walker, Jamien Sherwood und Marcelino McCrary-Ball genügend Tiefe und Athletik, sodass diese Gruppe für Season 1 kaum Sorgen bereitet.
Das Fragezeichen liegt vielmehr in der Zukunft.
Davis befindet sich in einer Phase seiner Karriere, in der ein möglicher Rücktritt irgendwann berücksichtigt werden muss. Deshalb könnte aus einer der sichersten Positionsgruppen des aktuellen Rosters relativ schnell ein zukünftiges Need werden.
Für den Moment gilt jedoch:
Solange Davis in der Mitte steht, besitzt diese Front Seven ihren Anführer.
🔒 Cornerback
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆☆☆ 5/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Nach Quarterback vielleicht die offensichtlichste Schwäche des Teams.
New York fehlt ein echter Shutdown-Corner, den man bedenkenlos gegen den besten Receiver des Gegners stellen kann.
Warum liegt die Coach's Confidence trotzdem bei 7/10?
Weil die Jets zwei Dinge besitzen: Entwicklungspotenzial und Minkah Fitzpatrick.
Rookie Ponds soll Zeit bekommen, sich zu entwickeln. Gleichzeitig wird New York nicht stur darauf bestehen, seine Safeties ausschließlich als Safeties einzusetzen.
Und damit kommen wir zu einem der wichtigsten taktischen Aspekte dieser Defense.
Wenn die Cornerbacks Hilfe benötigen, wird Fitzpatrick sie bekommen lassen.
Nickel, Outside Corner, Safety – Positionsbezeichnungen sollen ihn nicht einschränken.
Die Cornerback-Gruppe selbst bleibt eine Schwachstelle.
Die Jets glauben allerdings, dass sie Wege besitzen, diese zu verstecken.
♟️ Safety
Roster: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆☆☆ 7/10
Coach's Confidence: ⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆ 9/10
Minkah Fitzpatrick ist das Schweizer Taschenmesser dieser Defense.
Und möglicherweise ihr wichtigster Spieler.
Free Safety? Ja.
Strong Safety? Natürlich.
Nickelback? Wenn nötig.
Outside Corner? Ebenfalls.
Fitzpatrick soll über die Saison hinweg praktisch überall dort auftauchen, wo New York gerade ein Problem lösen muss.
Das ist besonders wichtig, weil Dezina defensiv keineswegs permanent All-In gehen möchte.
Die Front Seven darf aggressiv attackieren. Es wird geblitzt werden. Aber im Kern verfolgt New York einen anderen Ansatz:
Bend, but don't break.
Big Plays verhindern. Den Gegner zwingen, lange Drives zu spielen. Darauf vertrauen, dass irgendwann ein Fehler entsteht oder der Pass Rush ein Play zerstört.
Fitzpatrick ist der Spieler, der dieses Konzept zusammenhalten soll.
🧬 Konservatives Playcalling – aggressive Entscheidungen
Wer aufgrund von Dezinas acht Meisterschaften eine spektakuläre Offense erwartet, könnte überrascht werden.
Die neuen Jets wollen nicht die nächste „Greatest Show on Turf“ werden.
Sie wollen gewinnen.
Die Playauswahl soll deshalb grundsätzlich konservativ sein. Turnover vermeiden, sichere Reads anbieten, vorhandene Matchups ausnutzen. Besonders ein möglicher Rookie-QB soll nicht permanent gezwungen werden, schwierige Würfe zu produzieren.
Attraktivität ist zweitrangig. Effektivität ist entscheidend.
Interessanterweise endet der Konservatismus allerdings dort, wo Entscheidungen getroffen werden.
Bei kurzen Fourth Downs will Dezina aggressiv sein. Ein 4th & 2 in einem sinnvollen Bereich wird eher ausgespielt, als freiwillig den Football wegzupunten und darauf zu hoffen, dass die Defense alles regelt.
Das beschreibt die neue Offense vielleicht am besten:
Konservative Plays. Aggressive Entscheidungen.
Defensiv findet sich eine ähnliche Balance.
Bailey, McDonald, Davis und die restliche Front Seven sollen aggressiv spielen. Der Traum wäre ein dominanter Four-Man-Rush, der Pressure erzeugt, ohne dafür die Secondary zu entblößen.
Dahinter wird dagegen Sicherheit großgeschrieben.
New York muss nicht bei jedem Snap den spektakulären Turnover erzwingen.
Man will verhindern, dass ein Fehler sechs Punkte kostet.
📈 Der vielleicht größte Trumpf: Die Jets müssen nichts erzwingen
Das dürfte der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Teams sein, die sich irgendwo zwischen Rebuild und Contender befinden.
New York hat Zeit und Ressourcen.
Vor Season 1 sind deshalb keine aggressiven Moves mehr geplant. Die Jets möchten zunächst herausfinden, was sie bereits besitzen.
Klubnik soll seine Chance bekommen. Sadiq soll wachsen. Bailey soll sich entwickeln. Membou und Fashanu sollen gemeinsam Erfahrungen sammeln. Die jungen Defensive Linemen bekommen Möglichkeiten.
Und währenddessen liegt im Hintergrund eines der mächtigsten Werkzeuge für die Zukunft:
Drei First-Round-Picks.
Der eigene Pick wird intern ungefähr im Bereich 16–24 erwartet.
Der Pick der Dallas Cowboys könnte zwischen 10 und 20 landen und besitzt damit möglicherweise den höchsten Wert.
Der Pick der Indianapolis Colts wird ungefähr zwischen 18 und 32 prognostiziert.
Natürlich können solche Prognosen schnell Makulatur sein. Aber nach aktuellem Stand könnte New York im kommenden Draft drei First-Rounder und möglicherweise zwei Top-20-Picks besitzen.
Dazu kommt eine ausgesprochen komfortable finanzielle Perspektive für die kommenden Seasons.
Die Konsequenz ist enorm.
Die Jets müssen jetzt keinen First-Rounder aus Nervosität für einen kurzfristigen Patchwork-Trade verbrennen.
Im Idealfall bleiben alle drei Picks in New York.
„Sag niemals nie“ gilt natürlich weiterhin. Sollte plötzlich der perfekte Spieler verfügbar werden, wird Dezina sicherlich ans Telefon gehen.
Aber momentan lautet die Strategie:
Entwickeln statt kaufen.
🏆 Wie gut sind diese Jets wirklich?
Die Gesamtwertung von 6/10 ist bewusst gewählt.
Quarterback ist eine echte Schwäche. Interior Offensive Line und Cornerback gehören ebenfalls nicht zur Ligaspitze.
Aber danach?
Wo ist das riesige Loch?
Running Back besitzt einen Superstar. Receiver ist jung und tief. Tight End könnte außergewöhnlich werden. Beide Offensive Tackles könnten langfristig Elite erreichen. Die Front Seven besitzt eine spannende Mischung aus Veteranen und jungen Spielern. Davis gibt ihr Führung. Bailey könnte ihr einen Star-Pass-Rusher geben. Und Fitzpatrick bietet der Secondary eine Lösung für Probleme, die auf dem Papier eigentlich gar nicht seine sein sollten.
Das erklärt die vielleicht wichtigste Bewertung dieser gesamten Analyse:
Roster: 6/10.
Vertrauen des Coaches: 8/10.
Dezina glaubt offenbar weniger an den aktuellen Status dieses Teams als daran, was er daraus machen kann.
🎯 Das Ziel für Season 1: Playoffs
Nach acht Meisterschaften könnte jedes Ziel unterhalb des Super Bowls ungewöhnlich klingen.
Doch intern bleibt man realistisch.
Die Playoffs sind das Ziel.
Das Erreichen der Postseason würde Season 1 grundsätzlich zu einem Erfolg machen. Ein Ausscheiden in der Wildcard Round wäre schmerzhaft, aber angesichts des Entwicklungsstands kein Scheitern.
Alles, was danach kommt, ist Bonus.
Das bedeutet allerdings keineswegs, dass die Jets vor den vermeintlichen Schwergewichten kapitulieren.
Gerade innerhalb der schwierigen Division erwartet man, auch Favoriten wie Buffalo oder New England mindestens zwei- oder dreimal auf dem falschen Fuß erwischen zu können.
Das Schedule wird insgesamt nicht als Ausrede akzeptiert.
Verpasst dieses Team die Playoffs, soll nicht anschließend behauptet werden, die Gegner seien einfach zu stark gewesen.
🔮 Zwei Szenarien entscheiden über Season 1
Was müsste passieren, damit aus einem geplanten Playoff-Team plötzlich ein Super-Bowl-Contender wird?
Die Antwort beginnt in der Offense.
Hall, Wilson und Sadiq müssten schneller zusammenfinden als erwartet.
Hall müsste tatsächlich der Superstar sein, um den Defenses ihren Gameplan bauen. Wilson müsste die wichtigen Catches produzieren. Sadiq müsste mit seiner Athletik Matchups verändern.
Und irgendwo dazwischen müsste Cade Klubnik – sofern er den Starting Job tatsächlich gewinnt – schneller erwachsen werden als geplant.
Defensiv müsste Bailey unmittelbar einschlagen.
Und vor allem müsste Minkah Fitzpatrick die Secondary tragen.
Passiert all das gleichzeitig und entwickelt sich dieses ungewöhnlich junge Roster schneller als erwartet?
Dann besitzt New York genügend Talent, um die eigene Timeline plötzlich zu beschleunigen.
Und wenn die Playoffs verpasst werden?
Dann wird die Erklärung deutlich unangenehmer.
Dann hat der Coaching Staff die vorhandenen PS nicht auf das Gridiron bekommen.
Denn trotz aller Fragezeichen glaubt Dezina an dieses Team.
Nicht zwingend daran, dass es schon jetzt eines der besten Roster der Liga besitzt.
Aber daran, dass genügend Qualität vorhanden ist, um Footballspiele zu gewinnen.
Fehlende Konstanz wäre deshalb keine Ausrede, sondern ein Problem, für das sich auch der neue Head Coach verantworten müsste.
🗽 Das Urteil: Noch kein Contender – aber vielleicht der Beginn von etwas Großem
Die vielleicht spannendste Erkenntnis dieser Rosteranalyse ist, dass die Jets nicht alles in Season 1 herausfinden müssen.
Funktioniert Klubnik? Großartig. Dann besitzt New York womöglich einen jungen Quarterback und drei First-Round-Picks, die anderweitig investiert werden können.
Funktioniert er nicht? Dann besitzt New York drei First-Round-Picks, um nach einer Lösung zu suchen.
Entwickeln sich die Cornerbacks? Perfekt.
Tun sie es nicht? New York besitzt die Ressourcen, um die Position anzugreifen.
Dasselbe gilt für die Interior Offensive Line und langfristig vielleicht für den Nachfolger von Demario Davis.
Genau deshalb fühlt sich dieses Team anders an als ein klassischer Rebuild.
Die Jets bauen nicht erst einen Kader, mit dem sie irgendwann gewinnen können. Sie versuchen bereits zu gewinnen, während sie ihn bauen.
Season 1 soll zeigen, wie weit dieses Fundament tatsächlich trägt.
Season 2 und 3 sollen zeigen, was daraus entstehen kann.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sich Dezinas Rückkehr zu den Jets richtig anfühlt.
Bei den Giants war die Mission nach einem Super-Bowl-Sieg irgendwann erfüllt.
Bei den Jets blieb etwas offen.
Jetzt steht der Rekordchampion wieder in New York. Vor ihm ein junges Team, jede Menge Cap-Flexibilität, drei First-Round-Picks – und eine Franchise, bei der seine Geschichte noch kein richtiges Ende bekommen hat.
Das Ziel für dieses Jahr sind die Playoffs.
Aber bei einem Coach mit acht Ringen dürfte jedem klar sein, woran diese Ära am Ende wirklich gemessen werden wird: